Mittwoch, 6. Dezember 2017

Adventskalendertürchen 06.

Türchen Nummer 6

Ich habe heute eine Geschichte für Euch dabei, die ich selber geschrieben habe. 

Paul und der Nikolaus
Der kleine Paul liegt aufgeregt im Bett und kann nicht einschlafen. Morgen kommt der Nikolaus! Paul hat seine Gummistiefel vorhin extra ordentlich mit Spucke geputzt, damit sie auch gut aussehen.
Aber ihm ist ein bisschen Bange. Sara, aus seiner Kindergartengruppe hat gesagt, wenn man nicht artig war, würde Knecht Ruprecht mit der Rute kommen. Paul fand schon, dass er artig war. Na ja, jedenfalls fast immer. Aber was war, wenn der Nikolaus das anders sah? Oder wenn der Nikolaus immer nur aufgepasst hat, wenn Paul zufällig, so quasi aus Versehen, gerade nicht artig war? Paul musste daran denken, wie er letztens Sara so doll geschubst hat, dass sie hingeflogen ist. Aber das war keine Absicht! Jedenfalls nicht so richtig. Doch Sara gibt immer so fürchterlich an. Und sie hatte Paul ausgelacht, weil er noch nicht ohne Stützräder fahren konnte. Da musst er sich doch ein bisschen wehren. Weil jemanden auszulachen ist gemein. Na ja gut, jemanden zu schubsen auch. 
Gestern hat er Lena sein Nutellabrötchen gegeben. Lena bekommt nämlich nie Nutella. Das war doch richtig doll nett von ihm. Aber Lena ist auch überhaupt viel netter als Sara. Lena würde ihn nie auslachen.
So dachte Paul hin und her, bis er dann doch einschlief.

Er wachte davon auf, dass sein Hund Bolt winselte. "Was ist Bolt?", fragte Paul ihn. "Musst du Pippi? Komm, ich lass dich in den Garten."
Paul tapste im Dunklen zur Tür, wo das Licht vom Flur durch den Türspalt schien. "Guck mal Bolt, Mama ist schon auf", sagte er und öffnete die Tür. Mit einem riesigen Schreck fuhr er zurück. 

Da ... da ... stand der Nikolaus! Paul starrte ihn an und der Nikolaus starrte zurück. "Man, hast du mich erschrocken Paul!", sagte der Nikolaus dann endlich mit einer tiefen Stimme und lachte. Paul sagte erstmal nichts, sondern guckte, ob da irgendwo der Knecht Ruprecht war, während Bolt schwanzwedelnd um den Nikolaus herum hüpfte. "Du untreuer Hund!", dachte Paul.
"Was guckst du so ängstlich?", fragte der Nikolaus. "Ich fress dich schon nicht auf." "Und... und der Knecht Ruprecht?", traute Paul sich nun doch zu fragen. Der Nikolaus winkte ab. "Ach, den gibt es doch gar nicht! Wer hat dir den den Unfug erzählt? Das hätte ich deiner Mutter gar nicht zugetraut." 
Paul erzählte ihm alles. Da fasste der Nikolaus Paul bei seinen Schultern. "Weißt du", brummte er "manche Eltern wollten ihren Kindern Angst machen, damit sie gehorchen. Ich halte davon gar nichts. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und wenn die Eltern sich mal genau informieren würden, wie das alles mit mir anfing, wüssten sie, dass ich nie zulassen würde, dass man einem Kind weh tut." Er guckte finster.
"Paul, du bist gut so, genau so wie du bist! Und lass dir niemals von jemandem etwas anderes einreden!"

Ich möchte jedem/r von Euch sagen:
Du bist genau richtig, so wie Du bist!
Und lass Dir nie von jemanden was anderes einreden!


Und vielleicht ist heute ein guter Tag, um Eurem Kind, Eurem Partner, Eurer Freundin zu sagen, dass sie/er gut ist, genau so wie sie/er ist.

Ich wünsche Euch eine gute Woche, mit Begegnungen, die Eure Seele zum Schwingen bringt! 
Liebste Grüße
Lilly

Kommentare:

  1. Hallo Lilly,
    wie schön :), eine schöne Geschichte mit einer richtigen Moral.

    Wir sind alle anders, und das ist auch gut so!

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    1. Guten Morgen Daniela,

      vielen lieben Dank!
      Ganz genau, das ist auch gut so.

      Herzlich
      Petrissa

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  2. Liebe Lilly
    auch dir eine schöne Woche und nette Geschichte :).
    Gut das du damit auch dich selbst zum Ausdruck bringst.
    Grüße
    Nicole

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    1. Liebe Nicole,

      vielen lieben Dank!
      Ich wünsche Dir auch eine schöne Woche.
      Herzlich
      Petrissa

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  3. Liebste Lilly,

    das hast du sehr, sehr schön geschrieben! Es gibt nichts Schöneres, als seine Kinder möglichst angstfrei zu erziehen und ihnen zu erklären, dass man natürlich nicht immer lieb sein kann, dass das aber nicht schlimm ist. Man sollte sich entschuldigen und bewusst machen, dass man dem anderen weh tut, wenn man gemein oder sonstiges ist. Es ist viel schöner zu sehen, wie in Kindern die Erkenntnis aufgeht, dass sie mit ihrem Tun, auch andere verletzen.
    Jeder hat einen Schokoladenseite und eine, die stachelig ist. Ja, wir alle sind anders und damit wird das Leben eben bunt und fröhlich!

    Danke für deine Geschichte und für dich als Mensch. :-*

    Herzliche Grüße und Drückerle,
    monerl

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    1. Liebste monerl,

      vielen Dank für Deine warmen Worte!
      Ich selbst hatte als Kind Todesangst vorm Nikolaus, weil meine Oma, als ich zwei war, in den Stifel eine Liste gepackt hat, was ich alles böses in dem Jahr gemacht habe. Und als mir gedämmert ist, dass es dann den Nikolaus wirklich gibt und er im Himmel sitzt und alle böse Taten der Kinder mitschreibt, war ich so entsetzt, dass ich geheult habe wie selten im Leben. Ich kann mich daran auch noch gut erinnern. Ich war nicht zu beruhigen und wollte die anderen Geschenke im Stiefel nicht mehr haben. Das war so schlimm, dass mir meine Oma irgendwann gestehen musste, dass sie den Zettel geschrieben hat, weil ich nicht zu weinen aufgehört habe.
      Die Angst ist geblieben, bis ich erwachsen war.

      Wenn man Kinder so erzieht, wie Du es schreibst, wachsen sie zu reflektierten Menschen heran. Und nichts hat die Welt nötiger, als Menschen, die über ihr Handeln nachdenken und sich auch mal entschuldigen können.

      Ganz, ganz lieben Dank. Ich bin auch so froh, dass wir uns kennen gelernt haben.
      Bleib so, wie Du bist.
      Herzlich
      Petrissa

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  4. Hey :)

    Ich kann mich den anderen nur anschließen, da hast du eine wirklich wunderbare Geschichte geschrieben!

    Liebe Grüße
    Ascari

    PS: Und deinen richtigen Vornamen find ich sehr, sehr cool, den hat nun wirklich nicht jeder :).

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    1. Hallo Ascari,

      herzlichen Dank! ♥

      Ja, lange habe ich mich nicht getraut, mit meinem Real-Namen zu unterschreiben, aber jetzt merke ich, dass ich immer mehr zu Lilly werde (ich will meine private Post schon immer mit Lilly unterschreiben) und das mag ich eigentlich gar nicht. Daher versuch ich mal, wie es sich anfühlt, mit meinem Realnamen zu untewrschreiben. Bis jetzt fühlt es sich gut an.

      Herzlich
      Petrissa

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  5. Liebe Lilly,

    danke sehr, deine Geschichte gefällt mir richtig gut, Kinder müssen angstfrei aufwachsen, um zu selbstsicheren Erwachsenen zu werden.

    Liebe Grüße und schau doch mal bei meinem Gewinnspiel rein, vielleicht hast du Glück und findest ein Buch, das dir gefällt.

    http://sommerlese.blogspot.de/2017/12/gewinnspiel-zum-1-advent-9.html

    LG Barbara

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    1. Liebe Barbara,

      herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar. Und ja, Du hast so recht.

      Bei Dir schau ich gerne vorbei. Danke fürs Bescheid sagen.
      Herzlich
      Lilly

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  6. Hallo Lilly,
    das ist eine ganz wundervolle Geschichte mit so einer schönen Botschaft. Ich danke dir dafür und wünsche dir einen wunderschönen Nikolaustag :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      viel, vielen herzlichen Dank für Deine lieben Worte.

      Liebe Grüße
      Lilly

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  7. Hallo liebe Lilly,

    das ist eine wundervolle Geschichte, die du da geschrieben hast. Wirklich toll geschrieben und ganz besonders schön finde ich ihre Aussage. Deine Geschichte könnte ich mir richtig gut als ein kleines Bilderbuch vorstellen. Die Bilder dazu wären bestimmt total süß!
    Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Abend!:-)

    Liebe Grüße
    Corinna

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    1. Liebe Corinna,

      oh, vielen lieben Dank! Das hat mich sehr gefreut.

      Liebe Grüße
      Petrissa

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  8. Liebe Lilly, mit ganz viel Freude habe ich eben Deine kleine , sehr schön erzählte Geschichte gelesen. Wie wahr ist es doch , dass man mit Angstmacherei in keiner Lebenssituation etwas erreichen kann, schon gar nicht in der Kindererziehung !!
    Schreibst Du öfter kleine Geschichten? Ich würde mich freuen, sie auf Deinem Blog lesen zu dürfen. Dein Blog wird übrigens auch in meiner Blogroll-Liste aufgeführt.
    GLG und eine zauberhafte Vorweihnachtszeit für DICH!
    Angela

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    1. Oh liebe, liebe Angela,

      wow, das hat mich so, so sehr gefreut, dass Du gesagt hast, Du würdest gerne öfter was von mir lesen.
      Früher habe ich viel geschrieben, nun seit langem nicht mehr. Aber Dein Kommi hat mich total ermutigt.
      Herzliche, herzlichen Dank ♥
      Lilly

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  9. Guten Abend liebe Lilly:)
    also erstmal hut ab das Du so eine wunderschöne Geschichte geschrieben hast. Also Du hast wirkliches Talent dafür. Und auch noch mit einem Sinn dahinter, der super zum Ausdruck gebracht wird.
    Hammer!!
    Hast Du noch mehr Geschichten - ich bin echt begeistert. Ein tolles Nikolaustürchen.
    Herzliche Grüße und einen wundervollen Abend
    Andrea

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    1. Meine Lieblings-Andrea,

      ich kann schon gar nicht mehr breiter grinsen, bei all Eurem Lob hier.
      Ich verbeuge mich tief. Merci beaucoup!
      😘 Herzlichst
      Lilly

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  10. Hallo liebe Lilly,

    da hast du eine wundervolle, herzerwärmende Geschichte geschrieben, vielen Dank dafür! Die Botschaft dahinter ist sehr wichtig.

    Ich habe auch gelesen, was du für eine Erfahrung als Kind machen musstest - das tut mir wirklich sehr leid. Einem Kind Angst zu machen ist einfach schlecht. Leider hat man sich gerade zu früheren Zeiten darüber nicht solche Gedanken gemacht wie heute. Ein Umdenken findet da ja schon statt, leider aber doch noch nicht überall. Doch ich hoffe, dass sich das noch ändern wird.

    Vielen Dank für dieses tolle Türchen!

    Liebe Grüße
    Tessa

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    1. Liebe Tessa,

      auch Dir ein herzliches Dankeschön!

      Ja, ich mache meiner Oma da auch keine Vorwürfe. Mein Heulanfall hat sie sicher geschockt genug. ;)
      Selbst der Kindergarten hatte es ja nicht anders erzählt.

      Es ist wirklich schlimm, wenn Eltern/Erwachsene Kindern Angst machen. Aber da sehe ich auch die Verantwortung beim Staat und in der Schule. Hier müsste viel mehr Psychologie und eigenständiges, reflektiertes Denken gelehrt werden. Man sagt so oft, es sei Verantwortung der Eltern. Aber wir sehen doch, dass die meisten Eltern damit überfordert sind.Und die Kinder von heute, sind die Erwachsenen von morgen.

      Liebe Grüße
      Lilly

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  11. Liebe Lilly,

    eine wunderschöne, kleine Geschichte. Ich kenne die Sprüche auch noch von meinen Großeltern und auch ich hatte große Angst vor dem Nikolaus. Diese Angst wollte ich meinem Kind nicht antun und hab es auch nie getan.

    Liebe Grüße

    Anja

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    1. Meine liebe Anja,

      verrückt, ne?! Aber gut, dass Du es nicht an Deinen Sohn weiter gegeben hast.
      Danke und liebste Grüße
      Petrissa

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Ich freue mich total, wenn Ihr mir ein Kommi da lasst und mir sagt, was Ihr über den Beitrag denkt. ♥ Ich antworte entweder hier oder bei Euch.
Liebste Grüße
Lilly