Freitag, 5. Januar 2018

[Rezension] Roofer

Roofer
Autorin: Jutta Wilke
Verlag: Coppenrath (14.06.17) *
ISBN-10: 3649615096
Seiten: 256
Alter: 14-17 Jahre 


Die 16-jährigen Alice und Nasti sind allerbeste Freundinnen. 
Alice hat es schwer im Leben. Sie hat einen furchtbaren Stiefvater und traut sich kaum nach Hause, wenn sein Auto vor der Tür steht. Ihre Mutter ist abhängig von ihrem Mann, flüchtet sich in die Migräne und kümmert sich nicht um ihre Tochter. 
So ist Alice froh, wenn sie mit Nasti all das vergessen kann. 

Doch dann verliebt sich Nasti und ist plötzlich in einer neuen Clique - in der der Roofer. 
Jugendliche, die auf Baukräne klettern und Baufassaden von Hochhäusern. Je höher, desto besser. Sie filmen ihre Aktionen und stellen sie bei You Tube online.
Zwischen Trasher, Nastis Schwarm und Adrian gibt es einen hohen Konkurrenzkampf. Sie sind die beiden Besten. Doch einer von Zweien, das lang natürlich nicht.
Wer klettert als erstes auf besonders gefährliche Gebäude und markiert dort mit seinem Stencil das Revier. 

Alice kann das alles nicht nachvollziehen und will mit den Leuten nichts zu tun haben. Aber sie will auch Nasti nicht verlieren, also geht sie immer wieder mit. 

Als Trasher Nasti zu einer gefährlichen Situation überredet, um Adrian zu übertrumpfen, spitzt sich die Situation zu. 

Das Buch ist abwechselt aus der Sicht von Alice geschrieben und dazwischen gibt es kurze Kapitel von Nikolas, einem obdachlosen Jugendlichen, der eine Verbindung zur Clique hat.


Ich habe schon von Roofern gehört. Insbesondere in Russland ist das wohl seit Jahren ein beliebter Sport bei Jugendlichen. Und durch den Film, den ich in Erinnerung habe, hatte ich mir erstmal was ganz anderes vorgestellt. Ich dachte, es geht mehr um die Begeisterung des Roofens. Doch mir wurde auch schnell bewusst, dass es pädagogisch fahrlässig gewesen wäre. Man will Jugendliche ja schließlich nicht dazu animieren. 

Bekommen habe ich einen Jugendroman, der mir teils echt an die Nieren ging. Zu gut konnte ich mich wieder erinnern, wie schwer und belastend die Pubertät doch sein kann. 
Man wünscht sich nichts mehr, als angenommen zu werden, doch genau dies scheint fast unmöglich. Im Prinzip kämpfen alle Jugendlichen in dem Buch mit dieser Thematik, nur jeder auf eine ganz andere Art. 
Alice, die mit der Clique mitgeht, nur um Nasti nicht zu verlieren.
Trasher, der sich in immer größere Lebensgefahr begibt, weil er dann alle Aufmerksamkeit der Clique hat. Der scheinbar glaubt, nur wenn er besser als Adrian ist, ist er was wert.
Nasti, die von Trasher geliebt werden will und dabei ...
Lest es selber. 

Alice und Nikolas erkennen im jeweils anderen die Verletzungen, die das Leben ihnen zugefügt hat. 
Zwischen denen beiden hätte ich mir einige  Gespräche mehr gewünscht. Das wäre sicher sehr interessant geworden.

Gefallen hat mir auch die ganz offensichtliche Thematik, denn ein Buch über Roofer gab es bisher noch nicht. Dabei fand ich es gut, dass der Handlungsort Deutschland ist. 
Auf You Tube findet Ihr übrigens tatsächlich Filme über Roofer. 

4,5 ♥

Triggerhinweis:
(Zum Lesen markieren)
"Es geht in dem Buch auch um Selbstverletzung. Einer der Jugendlichen verletzt sich auf eine Art, die dem Ritzen ähnelt. "

Andere Rezensionen:

Das sind die einzigen beiden Rezensionen, die ich gefunden habe, in denen nicht gespoilert wurde.  Also passt auf, wenn Ihr bei Lovelybooks oder auf anderen Seiten Rezensionen darüber lesen wollt.

Ich mag das Cover der Rückseite so sehr. 

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares. 

Kommentare:

  1. Liebe Petrissa,

    von der Beschäftigung habe ich auch noch nichts gehört - besten Dank aber für den Verweis auf Youtube, ich werde mir mal ein paar Filmchen anschauen.

    Liebe Grüße, Anne

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    1. Liebe Anne,

      hast Du Dir was angeguckt? Krass, oder?
      Es sieht wie ein Spaziergang aus, aber welch eine Lebensgefahr!

      Liebe Grüße
      Petrissa

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  2. Hallo Petrissa,

    eine schöne Rezension zu einem Buch, welches gleich mehrere wichtige Themen aufgreift. Ich konnte die unterschiedlichen Gründe der Jugendlichen gut nachvollziehen und das hast du gut hervorgehoben.

    Ich kann das Buch nur empfehlen und das Cover gefällt mir auch :)

    Liebe Grüße,
    Uwe

    PS: Danke fürs Verlinken ^^

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    1. Hallo Uwe,

      vielen Dank für diesen lieben Kommentar!

      Ich will bei Dir auch noch kommentieren. Im Moment hink ich allem hinter her.

      Liebe Grüße
      Petrissa

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