Donnerstag, 10. Mai 2018

Top Ten Thursday - 10 Bücher, die auf einer wahren Begebenheit beruhen


Heute geht es um 10 Bücher, die auf einer wahren Begebenheit beruhen. Da ich sehr gerne Biografien lese, dürfte mir das nicht all zu schwer fallen. 
 
Dieses Buch gehört zu den Top-Büchern meines Lebens. Ich bedauer es sehr, dass ich es erst gelesen habe, als er schon tot war, denn ich hätte ihm zu gerne geschrieben. Das Buch hat mich so tief berührt, wie selten. Und obwohl es jetzt schon 2-3 Jahre her ist, bewegt es immer noch mein Herz. 

Als Reich-Ranicki, kaum neun Jahre alt, aus seiner polnischen Geburtsstadt Wloclawek an der Weichsel nach Berlin übersiedelt, verabschiedet ihn seine Lehrerin mit den Worten: „Du fährst, mein Sohn, in das Land der Kultur.“ Doch das Land der Kultur stellte sich schon dem Kind nicht ohne düstere Seiten dar. Wie ein roter Faden zog sich diese zwiespältige und widerspruchsvolle Erfahrung durch sein weiteres Leben: Das Glück, das er der deutschen Literatur verdankte, der deutschen Musik und dem deutschen Theater, schien untrennbar verknüpft und verquickt mit der deutschen Barbarei.
Im Jahre 1938, kurz nach dem Abitur an einem Berliner Gymnasium, wurde Reich-Ranicki nach Polen deportiert. Als Jude erfuhr er im Warschauer Getto die schrecklichsten Demütigungen die Menschen Menschen bereiten können. „Immer wieder haben wir versucht“, so schreibt er, „unsere Trauer zu vergessen und unsere Angst zu verdrängen. Die Poesie war unser Asyl, die Musik unsere Zuflucht.“ Zusammen mit seiner Frau Tosia überlebte er das Inferno - durch Zufall und auf dramatische Weise.
 
 Gerade erst vor einer Woche zu Ende gehört. Man glaubt es nicht! Man hört immer von Gehirnwäsche, ja. Aber was stellt man sich darunter vor? Ganz sicher nicht, dass einem ganzem Land erzählt wird, der Führer habe magische Kräfte. Das Buch hat mich in meinem Weltbild erschüttert. Rezension kommt noch. 

Yeonmi Park träumte nicht von der Freiheit, als sie im Alter von erst 13 Jahren aus Nordkorea floh. Sie wusste nicht einmal, was Freiheit ist. Alles, was sie wusste war, dass sie um ihr Leben lief, dass sie und ihre Familie sterben würde, wenn sie bliebe - vor Hunger, an einer Krankheit oder gar durch Exekution. In ihrem Buch erzählt Yeonmi Park von ihrem Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten und repressivsten Regime unserer Zeit; sie erzählt von ihrer grauenhaften Odyssee durch die chinesische Unterwelt, bevölkert von Schmugglern und Menschenhändlern, bis nach Südkorea; und sie erzählt von ihrem erstaunlichen Weg zur führenden Menschenrechts-Aktivistin mit noch nicht einmal 21 Jahren.
 
Ich lese die Bücher von Helmut Schmidt alle sehr gerne. Wie dringend bräuchten wir heute Köpfe wie ihn?! Wir haben sie nicht. Also müssen wir uns mit B, C und Ausschussware abgeben. 










Lois Pryce macht sich alleine als Frau mit dem Motorrad auf, den Iran zu erkunden. 
Dabei lernen wir, wie einseitig unsere Presse doch schreibt und vorallem verschweigt, wie sehr der Westen, vorne dran die USA und Großbritannien daran Schuld sind, dass es diese Diktatur im Iran gibt. 
Ein sehr wichtiges Buch und ich kann es Euch nur wärmstens ans Herz legen. 
 
 



Wer mich kennt, weiß, ich liebe Wladimir Kaminer. Besonders seine Hörbücher. Natürlich gibt es die auch als HC. Er schreibt immer von seiner Familie und dem Leben in Deutschland und der ehemaligen Sowjetunion. Ich dachte, zwischen all den schwereren Büchern, die ich hier aufliste, poste ich auch eines von Kaminer. Er ist einfach witzig und versteht es, über seine kaukasische Schwiegermutter, seinen schwulen Onkel oder über seine Eltern zu erzählen, ohne dabei zu verletzen.





 Hier erzählt Matt Haig von seinen Depressionen und wie er sie überlebt und überstanden hat. Es ist ein sehr kreatives Buch, nicht zu vergleichen mit den üblichen Depressionsbüchern. Ich kann das Buch auch nur allen Angehörigen empfehlen. Es ist sehr verständlich geschrieben.





Ebenfalls ein Buch, was mich tief berührt hat. Es ist schon ein bisschen her.
Der Mut von Malala und ihrer Familie ist großartig, Auch wie ihr Vater sie als Mädchen unterstützt.

Ihre Geschichte sorgte international für Erschütterung: Am 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg von Taliban-Kämpfern überfallen und brutal niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Obendrein führte sie für die BBC ein vielbeachtetes Blog-Tagebuch über ihren Alltag unter den Islamisten. Damit war ihr Todesurteil gefällt. Die Kugel traf Malala aus nächster Nähe in den Kopf; doch wie durch ein Wunder kam das mutige Mädchen mit dem Leben davon.
Schon kurz danach hat sie erklärt, dass dieser Anschlag sie nicht davon abhalten wird, auch weiterhin für die Rechte von Kindern, insbesondere Mädchen, einzutreten. Dies ist ihre Geschichte.

 Das Buch liegt noch auf meinem SuB. Ich habe allerdings schon mal reingelesen und fand es großartig.

Lange bevor diese Bücher entstanden, schrieb sie ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts nieder: den Zweiten Weltkrieg. In ihren Tagebüchern schildert sie, wie Europa von Faschismus, Rassismus und Gewalt vergiftet wird.
Nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall stellt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Neben dem Kriegsgeschehen erzählt sie von ihrem Familienleben und den ersten Schreibversuchen: 1944 schenkt sie ihrer Tochter das Manuskript von Pippi Langstrumpf zum Geburtstag.
Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.


 Toller Roman! 

Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.







 Ein sehr spannendes Buch ... über den Knast! 

Als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth beugt er sich im Kölner Tatort mit grünem Kittel mürrisch über Leichen. Nach Drehschluss fährt er zurück in sein richtiges Leben: Seit über 25 Jahren arbeitet Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten. Die Häftlinge vertrauen ihm und lassen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. Hautnah erlebt er Konflikte und Tragödien. Sehr persönlich erzählt Joe Bausch von einer Welt mit völlig eigenen Regeln.





 
Habt Ihr Bücher, über wahre Begebenheiten, bei denen Ihr sagt: Das musst du gelesen haben?!  Dann lasst es mich wissen. 

Kommentare:

  1. Hey,

    wir sind heute nicht dabei, da es uns schwer gefallen ist, auf passende Bücher zu kommen... aber stöbern kann man ja trotzdem ein bisschen :)
    Von deinen Büchern habe ich leider noch keines gelesen, aber "Ich bin Malala" und das Buch von Astrid Lindgren stehen auf meiner Wunschliste und ich will die Bücher auf jeden Fall irgendwann lesen. "Die Vermessung der Welt" hatte ich auch schon im Auge. "Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren" werde ich mir mal genauer anschauen.

    Noch einen schönen Tag!
    Liebe Grüße,
    Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Kerstin,

      ich habe mich lange nicht an Malala dran getraut und war dann schwer beeindruckt.
      Von Astrid Lindgren gibt es inzwischen mehrer Biographien. Aber ich habe selbst noch keine gelesen.
      Das Iran Buch fand ich unteranderem so toll, weil es sich wirklich leicht lesen lässt und man dennoch viel über die Politik erfährt, so ganz neben bei.

      Sei lieb gegrüßt
      Petrissa

      Löschen
  2. Huhu!

    Wow, da hast du ja eine wirklich tolle Auswahl getroffen!
    Auch wieder oft mit Themen, die ich eher nicht so gerne lese, mir geht das immer zu nah, deshalb lasse ich lieber die Finger davon.

    Das einzige das ich kenne ist "Die Vermessung der Welt", das fand ich nicht schlecht aber der Schreibstil war mir doch zu trocken auf Dauer, wenn ich es richtig in Erinnerung hab.
    Das von Astrid Lindgren würde mich aber auch interessieren!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Aleshanee,

      ich finde das bei uns beiden so interessant, weil ich ja zB kein Horror lesen kann oder über welches Buch hatten wir es mal... Da ging es auch irgendwie um sex. Gewalt. Bei Biografien geht es mir so, dass ich denke: Ja, scheiße, voll der Horror. Aber es ist VORBEI. Deswegen konnte ich zB gut über das Warschauer Ghetto lesen, weil ich wusste, Ranicki hat es überlebt.
      Aber bei Romanen fehlt mir dazu die Distanz. Ich werd da so reingezogen und erlebe das dann quasie selbst.
      Spannend, wie unterschiedlich man so was verarbeitet, nicht?

      Sei lieb gegrüßt
      Petrissa

      Löschen
  3. Liebe Petrissa

    Ziemlich gute Gründe um am Leben zu bleiben wartet noch darauf von mir gelesen zu werden. Eine interessante Auswahl hast du getroffen.

    Liebe Grüße,Gisela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Gisela,

      ich finde das ja das beste seiner Bücher. Wohl auch, weil es so persönlich ist.

      Liebe Grüße
      Petrissa

      Löschen
  4. "Mein Leben" habe ich als Film gesehen, Malala und Astrid Lindgren gelesen, beeindruckende Lebensgeschichten bzw. ein interessanter Blick auf den 2. Weltkrieg aus einem neutralen Land.

    Liebe Grüße, Anne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anne,

      "Mein Leben" ist einfach großartig!
      War Schweden richtig neutral und nicht im Krieg verstrickt?

      Liebe Grüße
      Petrissa

      Löschen
    2. Zumindest haben sie sich aus dem Krieg rausgehalten, was gar nicht so leicht war. Sie lavierten zwischen Nachgeben und Ablehnen von deutschen Forderungen.
      Dieses Raushalten hat man Schweden damals vorgehalten, andererseits: Sie haben viele Hilfeleistungen durchgeführt, zu denen sie wahrscheinlich nicht fähig wären, wenn sie in dem Krieg involviert gewesen wären.

      Löschen
    3. Das denke ich mir, dass das nicht einfach war.
      Und was waren die Bedingungen, dass Hitler sie nicht überfallen hat? Oder die Schweitz?
      Finnland war ja im Gefecht mit dabei, oder? Wie stand es um Dänemark und Norwegen?

      Löschen
    4. Wie das im Einzelnen war, weiß ich leider nicht. Kann mich auch nicht erinnern, dass es in dem Buch thematisiert wurde.
      Über die anderen Länder weiß ich auch nichts Genaues.

      Löschen
  5. Hallo Petrissa,

    tolle Bücher stellst du vor.

    Das Buch von Yeonmi Park möchte ich auch unbedingt noch lesen. Ich habe es mal bei der dazugehörigen Blogtour gewonnen, aber leider kam das Buch nie bei mir an.

    Die Geschichte von Lois Pryce habe ich schon bei monerl entdeckt. Es hört sich auch sehr toll an.

    Von Wladimir Kaminer kenne ich nur Ausschnitte aus Talkshows. Da fand ich ihn immer sehr sympathisch.

    Matt Haig habe ich noch auf der Wunschliste. Sowohl dieses Buch, als auch einige seiner Romane.

    "Ich bin Malala" habe ich ausnahmsweise mal gelesen ;) Ich finde ihre Geschichte sehr beeindrucken und stimme dir auch zu, was ihren Vater angeht. Allerdings fand ich das Buch sprachlich nicht so gelungen.

    Astrid Lindgren ist eine Heldin meiner Kindheit. Ich habe noch ein oder zwei Biografien über sie auf der Wunschliste.

    "Die Vermessung der Welt" fand ich so mittelmäßig. Humboldt und Gauß sind schon zwei Knalltüten, aber ich kam mit der Erzählweise nicht so gut zurecht.

    Mit dem letzten Buch verblüffst du mich jetzt allerdings. Ich kenne Joe Bausch natürlich aus dem Tatort, aber ich wusste gar nicht, dass er eigentlich etwas anderes macht. Hab ihn auch für einen Schauspieler gehalten :D Das Buch muss ich mir auf jeden Fall mal anschauen.

    Da sind wirklich tolle Tipps dabei.
    Ich überlege gerade, welche Bücher aus dem Genre ich sehr empfehlenswert finde... Auf jeden Fall "In the Sea there are crocodiles" von Fabio Geda. Da beschreibt er die Flucht eines kleinen Jungen nach Italien. Ich glaube er kommt aus Syrien, bin mir aber nicht mehr sicher.

    Etwas das so gar nicht in diese Richtung geht und auch schon sehr alt ist, ist "Gebt mir eine zweite Chance" von Nicola Owen. Sie ist als Teeanger sehr agressiv, hat extreme Stimmungsschwankungen und zündet schließlich sogar ihr Elternhaus an. In dem Buch beschreibt sie, wie ihre Jugend verlaufen ist und was sie alles durchmachen musste, bis man herausfand das sie nicht böse, sondern einfach nur krank ist. Dieses Buch hat mich sehr berührt, weil es schrecklich ist wie Nicola Owen gelitten hat und weil so etwas theoretisch jeder Frau passieren kann.

    Liebe Grüße
    Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Julia,

      ach, das tut mir leid, dass das Buch nie bei Dir ankam! Ich habe es ja als Hörbuch gehört, hätte aber das Buch bevorzugt, weil die Betonungen manchmal blöd waren.
      Malala habe ich auch als Hörbuch gehört. :) Da macht die Stimme ja oft was wett, wenn sie toll ist.
      Die anderen Biografien von Lindgren interessieren mich aber, aber erstmal will ich das lesen.
      Da Buch von Bausch hat mich damals sehr beeindruckt und es ist mit viel Respekt geschrieben. Ich hatte danach nochmal eines von jemand anderen gelesen, das hat mir nicht annähernd so gut gefallen. Im Herbst bringt er ein neues Buch raus, auch wenn ich vergesse haben, um was es da geht. Es sollte es Anfang des Jahres bei vorablesen geben und plötzlich war es aus der Liste verschwunden, weil es noch nicht fertig war. ^^

      Deine beiden Tipps werde ich mir mal anschauen! Vielen lieben Dank.
      Herzliche Grüße
      Petrissa

      Löschen

Ich freue mich total, wenn Ihr mir ein Kommi da lasst und mir sagt, was Ihr über den Beitrag denkt. ♥
Ich antworte entweder hier oder bei Euch.
Liebste Grüße
Petrissa
-> Wichtig!: Info zum Datenschutz: Wenn du einen Kommentar abschickst, akzeptierst du und bist damit einverstanden, dass deine Daten von Google gespeichert werden, wie in der
Datenschutzerklärung aufgeführt.